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2. 1. 1. Bildformat


Das Bildformat des Aufnahmematerials ist entscheidend für die endgültige Bildqualität, konkret für die Vergrößerungsfähigkeit aufgrund der Auflösung (siehe Kapitel 9. 2. 5. 4.).

Den Mindestanspruch erfüllt das übliche Kleinbildformat von 24 mm x 36 mm, auch Vollformat und FX-Format genannt.
Dieses Format wird oft auch nur kurz als 35er Format bezeichnet, weil dieses Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") 35 mm hoch ist.

Mit 18 mm x 24 mm beispielsweise erreicht man höchstens die Vermittlung einer Information.

Wer an Druckveröffentlichungen (siehe Kapitel 15. 6. "Druckvorlage") in großen Formaten oder Projektionen (siehe Kapitel 15. 3.) auf großen Bildwänden denkt, sollte mit 6 cm x 6 cm oder 6 cm x 9 cm arbeiten.

Sonderformate werden von verschiedenen Herstellern für unterschiedliche Zwecke angeboten.


Mit Einführung der Digitalfotografie (siehe Kapitel 9. 1. 2. "Elektrisches System") hielten zunächst vorwiegend kleinere Bildformate Einzug.
Das liegt darin begründet, daß schon das Kleinbildformat für die ersten Sensoren technisch kaum beherrschbar war, weil diese einfach dicker waren oder sind als Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System").

Dabei ist die Bilddiagonale abhängig vom Aufnahmebildformat.

Bildformat
[mm x mm]
Bilddiagonale
[mm]
Normalbrennweite1) [mm]
(handelsüblich)
23,5 x 15,6 28,19 ≈ 32
22,2 x 14,8 26,68 ≈ 30
24 x 36 43 50
60 x 60 85 75
60 x 90 108 105

Unter anderen gibt es das DX-Format; es wurde 1999 von Nikon eingeführt. Es ist mit durchschnittlich 23,5 mm x 15,6 mm um Faktor 1,53 kleiner als das Kleinbildformat. Die realen Abmaße der Sensoren variieren geringfügig.
Da einige der Sensoren auch für Digitalkameras anderer Hersteller verwendet werden, hat sich das DX-Format faktisch auch bei diesen Herstellern zum Standard entwickelt. Es wird dort aber anders bezeichnet. Häufig wird auch die etwas unpräzise Angabe "APS-C-Format" verwendet.

Abweichend vom inzwischen klassischen 2:3-Format basieren überwiegend digitale Kompaktkameras (siehe Kapitel 2. 1. 2. "Kameraaufbau"), teils aus historischen Gründen, auf einem Seitenverhältnis von 4:3.

Nun wird das Bildformat nicht immer in Millimetern angegeben.
Erschwert wird die Ermittlung der Größen obendrein durch Bezugnahme mancher Hersteller auf die alten Größenangabe einer Videoröhre, die zwar einen Durchmesser von 1" (Zoll) hatte, also 25,4 mm, bei der aber die real nutzbare Bilddiagonale mit 16,22 mm nur etwa 2/3 des Durchmessers ausmachte. Also entspricht 1" bei den Herstellerangaben zur Sensordiagonale stets nur 16,4 mm. Die Bilddiagonale eines 1/2,7"-Sensors beispielsweise weist also nur eine reale Länge von 16,22 mm / 2,7 = 6,01 mm und nicht 25,4 mm / 2,7 = 9,41 mm auf. Dabei kann die Rechnung auf Basis 16,22 mm entspricht 1" auch nur als Anhaltswert dienen, da das Verhältnis von Röhrendurchmesser zu Bilddiagonale keine Konstante ist.

Hinzu kam in den 2000er Jahren der Four-Thirds-Standard2), kurz Four Thirds2) genannt. Das ist ein von den Unternehmen Olympus und Kodak entwickelter und speziell auf digitale Spiegelreflexkameras abgestimmter Standard, bei dem ein Video-Röhrendurchmesser von 4/3" zugrunde liegt, was nun eine bildwirksame Diagonale von knapp 22 mm ergibt.
Durch den Four-Thirds-Standard2) wird lediglich die optisch wirksame Diagonale bestimmt, das Seitenverhältnis bleibt den Kameraherstellern überlassen.

Mit folgendem Rechner sind Sensorgrößen ziemlich genau zu ermitteln:

Sensortyp Four Thirds Diagonale Seitenverhältnis Sensorlänge Sensorhöhe
/ " ja: 6,01 mm : 5,00 mm 3,33 mm
     
Mit der Verbreitung solcher kleineren Bildformate wurden unter anderen auch die Begriffe "Cropfaktor" (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften") sowie "kleinbildäquivalent" als Relation zum Kleinbildformat, im Englischen mit 35 mm equivalent focal length (35 eft) bezeichnet, mehr oder weniger populär.

Bereits an dieser Stelle sei erwähnt, daß diese kleineren Bildformate technisch auch eine oft nicht gewünschte höhere Schärfentiefe (siehe Kapitel 4. 2. 3.) nach sich ziehen.


1) siehe Kapitel 6. 2. 1. "Normalobjektiv"
2) Four Thirds: Englisch für Vier Drittel


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