6. 2. 6. Spiegelobjektiv
Je länger die Brennweite wird, desto mehr Masse an Glas schleppt der Fotograf mit sich herum. Bei Formaten oberhalb des Kleinbildes (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat") werden diese Massen dreidimensional größer; Aufnahmequalität und Preis allerdings ebenso.
Um zumindest die zunehmende Masse zu umgehen, gibt es Spiegelobjektive. Die gewünschte Vergrößerung wird nicht mehr nur durch Lichtbrechung an Linsen, sondern auch durch Reflexion an einem sphärischen Spiegel, also dem Teil einer verspiegelten Kugelfläche, erreicht.
Bei Brennweiten ab 500 mm bis über 1000 mm lohnen Spiegelobjektive, wenn oft in diesen Bereichen der Vergrößerung gearbeitet wird, beispielsweise bei Tier- oder Himmelsfotografie.
Wird davon ausgegangen, daß die Objektive einen sehr schlanken Aufnahmewinkel haben, kann der Kugelausschnitt nicht groß sein, wenn die Relation zwischen der Brennweite f und dem Kugelradius r nach folgender Formel in Beziehung stehen:
Die Objektive sind zwar größer im Durchmesser, aber leichter und kürzer als reine Linsenobjektive.
Im Foto selbst wird keiner den Unterschied zu einer Aufnahme mit konventionellen Objektiven sehen.
Spiegelobjektive haben keine Blende (siehe Kapitel 2. 2. 5.). Sie reduzieren die Lichtmenge (siehe Kapitel 3. 6. "Fotometrische Einheiten") über Graufilter (siehe Kapitel 7. 5. 5. 1.), die in das Objektiv gesteckt werden.
pinurch