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Am stärksten tritt das Bokeh1) in hellen Flächen vor dunklem Hintergrund auf, wobei es im unscharfen Hintergrund völlig anders als im unscharfen Vordergrund aussehen kann.
Ob ein Bokeh1) gefällt, ist eine Frage der persönlichen Ästhetik und nicht zu messen. Es kann als helle Kreise, kreisförmige Strukturen oder in Formen, Farberscheinungen oder kontrastveränderten Flächen auftreten.
Die Eigenschaften, die das Aussehen eines Bokehs1) bestimmen, konnten bisher nicht allumfassend beschrieben werden.
Bekannt ist, daß Anzahl und Form der Blendenlamellen (siehe Kapitel 2. 2. 5. "Blende") einen Einfluß haben, wobei ein kreisrundes Blendenbild in der Regel als weniger auffällig gilt. Eine größere Anzahl oder verrundete Lamellen erzeugen ein als natürlich empfundenes nebliges Bokeh1). Solche Bauweisen wirken aber möglicherweise der Strahlenbildung bei Punktlichtquellen entgegen.
Bei speziellen Objektiven läßt sich das Bokeh1) mittels einer verstellbaren Linsengruppe (siehe Kapitel 6. 1. 2. "Linsen und Linsensysteme") verändern.
Unscharfe Partien des Bildes können also auch dekorativ sein und eine durchaus wichtige Rolle in der Bildkomposition spielen.
Die Benutzung des Ausdrucks Bokeh1) ist obendrein der Versuch, die Unschärfe eines Fotos qualitativ zu bewerten. So waren es auch japanische Fotografen, welche den Begriff in die Fotoszene brachten, weil dort die Ästhetik bei der Ansicht unscharfer Bildteile ein anderes Gewicht hat.
Wer ausgesprochen großen Wert auf die Zeichnung im unscharfen Bereich der Fotos legt, sollte vor der Wahl des Objektivs nach Möglichkeit Tests machen oder sich anderweitig informieren.