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6. 7. 1. 5. Verzeichnung


Verläuft eine Gerade auf dem Foto ziemlich parallel zu einem Bildrand, ist oft deutlich zu erkennen, daß es eben keine Gerade ist, sondern eine gekrümmte Linie.

Sehr schön ist auf folgendem Foto an den Bildränder die tönneförmige Verzeichnung zu erkennen.

Millenium.

Noch eine Erläuterung zu dieser Grafik:
Anläßlich des Jahreswechsels 1999 - 2000 zeichnete ich dieses Bild. Jede Person darauf stellt etwa eine Generation in ihrer Zeit dar, alle zusammen überbrücken damit eine Zeitspanne von 2000 Jahren.


Dieses Foto zeigt vor allem an den Bildrändern eine kissenförmige Verzeichnung.

Haus.


Diese Verkrümmung der Linien wird Verzeichnung genannt und beschreibt einen Lagefehler. Das Verzeichnungszentrum liegt dort, wo die optische Achse die Bildebene schneidet, also im Mittelpunkt.
Die Verzeichnung entsteht dadurch, daß der Abstand eines Bildpunktes von optische Achse nicht mehr linear dem Abstand des entsprechenden Objektpunktes entspricht.
Damit wird der Abbildungsmaßstab (siehe Kapitel 7. 1. "Auszugsverlängerung") abhängig von der Lage des Objektpunktes. Die Tangentenbedingung oder auch Tangensbedingung ist nicht mehr gegeben, weil die Schnittwinkel des Hauptstrahls objekt- und bildseitig voneinander abweichen.

kissenförmig
 
verzeichnungsfrei
 
tonnenförmig
 

Es werden kissenförmige von tonnenförmigen Verzeichnungen unterschieden. Wellenförmige Verzeichnungen ergeben sich bei der Überlagerung geometrischer Verzeichnungen verschiedener Ordnungen.
Durchaus kann es vorkommen, daß sich mit der Brennweitenveränderung (siehe Kapitel 6. 2.) an einen ZOOM-Objektiv (siehe Kapitel 6. 2. 5.) auch die Charakteristik der Verzeichnung ändert.
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