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7. 1. Auszugsverlängerung


Mit einer größeren Entfernung des Objektivs von der Bildebene (siehe Kapitel 2. 2. 1.) über den eigentlichen Schneckengang des Linsensystems (Entfernungseinstellung) hinaus, kann man durch weitere Annäherung an das Objekt Vergrößerungen erreichen, die man vom Abbildungsmaßstab (siehe unten) etwa 1:10 bis 1:1 Makrobereich1) (siehe auch Kapitel 13. 1. 5.) und darüber hinaus Lupenbereich (siehe auch Kapitel 13. 5. 4.) nennt.

Raupe.leerMücke.
Bilder vergrößern


Um die Auszugsverlängerung vom Wort her und von ihrer optischen Wirkung zu verstehen, sollte man sich die Bildentstehung an der Sammellinse vergegenwärtigen.

Grafik.
(Grafik aus Kapitel 6. 1. 2.)


z' bezeichnet also den Auszug, die bildseitige Entfernung vom Brennpunkt zur Bildebene (siehe Kapitel 2. 2. 1.). Verlängerung deshalb, weil der normale Auszug des eigentlichen Objektivs "verlängert" wird.

Es gibt drei grundlegende Möglichkeiten, ein Objekt fotografisch abzubilden:

verkleinert
(a > a'):leer
verkleinert

gleichgroß
(a = a'):leer
gleichgroß

vergrößert
(a < a'):leer
vergrößert


Über den Abbildungsmaßstab ß kann also die Entfernung des Objektivs von der Bildebene (siehe Kapitel 2. 2. 1.) entscheiden.

Es liegen folgende mathematische Zusammenhänge zugrunde:


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Abbildungsmaßstab ß =   z'  =   a'  =   y'
 f ' a y
Objektweite a =  ( 1  + 1 )  f 
ß
Bildweite a' = ( ß + 1 ) f
Aufnahmeentfernung = a’ + a
Belichtungsfaktor v =  (  a' ) 2  =  (ß + 1)2
 f'
Auszug z' = ß * f


Die Tabelle zeigt die Beziehungen zwischen einzelnen Größen.


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    Brennweite ( f ):  mm 
Vergrößerung
ß
Objektweite
a [mm]
Bildweite
a' [mm]
Entfernung
a+a' [mm]
Belichtungsfaktor
v
Auszug
z' [mm]
1 : = versch. 1.00 x f 1.00 0.0 x f
1 : 10.00 = 0.1 11.00 x f 1.10 x f 12.10 x f 1.21 0.1 x f
1 : 5.00 = 0.2 6.00 x f 1.20 x f 7.20 x f 1.44 0.2 x f
1 : 3.33 = 0.3 4.33 x f 1.30 x f 5.63 x f 1.69 0.3 x f
1 : 2.50 = 0.4 3.50 x f 1.40 x f 4.90 x f 1.96 0.4 x f
1 : 2.00 = 0.5 3.00 x f 1.50 x f 4.50 x f 2.25 0.5 x f
1 : 1.67 = 0.6 2.67 x f 1.60 x f 4.27 x f 2.56 0.6 x f
1 : 1.43 = 0.7 2.43 x f 1.70 x f 4.13 x f 2.89 0.7 x f
1 : 1.25 = 0.8 2.25 x f 1.80 x f 4.05 x f 3.24 0.8 x f
1 : 1.11 = 0.9 2.11 x f 1.90 x f 4.01 x f 3.61 0.9 x f
1 : 1.00 = 1.0 2.00 x f 2.00 x f 4.00 x f 4.00 1.0 x f
1 : 0.83 = 1.2 1.83 x f 2.20 x f 4.03 x f 4.84 1.2 x f
1 : 0.71 = 1.4 1.71 x f 2.40 x f 4.11 x f 5.76 1.4 x f
1 : 0.63 = 1.6 1.63 x f 2.60 x f 4.23 x f 6.76 1.6 x f
1 : 0.56 = 1.8 1.56 x f 2.80 x f 4.36 x f 7.84 1.8 x f
1 : 0.50 = 2.0 1.50 x f 3.00 x f 4.50 x f 9.00 2.0 x f
1 : 0.45 = 2.2 1.45 x f 3.20 x f 4.65 x f 10.24 2.2 x f
1 : 0.42 = 2.4 1.42 x f 3.40 x f 4.82 x f 11.56 2.4 x f
1 : 0.38 = 2.6 1.38 x f 3.60 x f 4.98 x f 12.96 2.6 x f
1 : 0.36 = 2.8 1.36 x f 3.80 x f 5.16 x f 14.44 2.8 x f
1 : 0.33 = 3.0 1.33 x f 4.00 x f 5.33 x f 16.00 3.0 x f
1 : 0.31 = 3.2 1.31 x f 4.20 x f 5.51 x f 17.64 3.2 x f
1 : 0.29 = 3.4 1.29 x f 4.40 x f 5.69 x f 19.36 3.4 x f
1 : 0.28 = 3.6 1.28 x f 4.60 x f 5.88 x f 21.16 3.6 x f
1 : 0.26 = 3.8 1.26 x f 4.80 x f 6.06 x f 23.04 3.8 x f
1 : 0.25 = 4.0 1.25 x f 5.00 x f 6.25 x f 25.00 4.0 x f

Download dieser Tabelle und des Diagramms für meine Kursteilnehmer über Paßwort: 
Wie die Belichtungsfaktoren (Verlängerungswerte) bestimmt werden können, wird in Kapitel 4. 2. 1. näher beschrieben.

Praktisches Beispiel zur Tabelle:
Wir nehmen an, die kleinste Aufnahmeentfernung, also die Nahgrenze oder Naheinstellgrenze, eines Kleinbild-Normalobjektivs (siehe Kapitel 6. 2. 1.) liegt bei etwa 35 cm.
Das heißt, über die Einstellung der verschiedenen Entfernungen kann zwischen "Unendlich"2) ( ) und eben den 35 cm jedes Objekt scharf (siehe Kapitel 9. 2. 5. 4. "Auflösung") abgebildet werden.
Das sind also Bildentfernungen (a+a') zwischen und 350 mm.
(Diese Werte entsprechen nahezu denen in der markierten Zeile obiger Tabelle.)
Daraus ergeben sich für z', also den Auszug, annähernd 10 mm.
Dreht man an einem ähnlichen Objektiv (ohne Innenfokussierung) zwischen den Extrementfernungen am Entfernungsring (siehe Kapitel 6. 5. 2.), wird man sehen, wie die Linsen in diesem Bereich bewegt werden (die Änderung der "Objektivlänge" ist der Linsenhub).

Geht man davon aus, daß bei einem Abbildungsmaßstab (siehe oben) von 1 die Länge des Auszuges adäquat der Brennweite sein muß, lassen sich Brennweiten und Auszugsverlängerungen entsprechend gewünschter Abbildungsmaßstäbe (siehe oben) im Kopf zumindest überschlägig leicht ermitteln.
Wer mit einer Spiegelreflex-Kamera arbeitet, kommt allerdings recht schnell ohne diese Hilfsmittel aus.

Achtung!
Mit Zunahme der Auszugsverlängerung sinkt die Schärfentiefe (Kapitel 4. 2. 3.) rapide in den Millimeterbereich oder gar Bruchteile davon (siehe obige Fotos) !

Deshalb sollte vom Abbildungsmaßstab (siehe oben) 1 an zur Erhöhung der Schärfenleistung (siehe Kapitel 9. 2. 5. 4. "Auflösung") mittels Umkehrring3) das Objektiv umgedreht, also mit der Frontlinse zur Kamera, gesetzt werden.

Eine Berechnung der möglichen Schärfentiefe ist in einer Tabelle in Kapitel 4. 2. 3. möglich.

Wer im Makrobereich1) auf den externen Sucher (siehe Kapitel 2. 2. 7. 1.) angewiesen ist, muß die starke Parallaxe über tabellarische Umrechnungen korrigieren!



1) Makro: Lateinisch; vergrößert
2) unendlich: diese Entfernung entspricht der 1000fachen Brennweite des verwendeten Objektivs
3) Umkehrring: Ring mit Befestigungsmöglichkeit an der Kamera (oder Auszugsverlängerung) auf der einen Seite und zu Gewinde an der Frontlinse des Objektivs passendem Gewinde (Filtergewinde) auf der anderen Seite.


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