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7. 5. 2. Filter für Farbaufnahmen

Filter, der, Techn meist das.


Die hier beschriebenen Filter sind Korrekturfilter, die auch CC-Filter, also Color Correction-Filter, genannt werden.

Zum einen soll je nach Eigenschaft des Filmmaterials (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") die abweichende Farbtemperatur (siehe Kapitel 3. 5.) des Lichtes vor allem für den Farbumkehrfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.) angepaßt werden. Dafür wird das Farbkorrekturfilter beziehungsweise Konversionsfilter verwendet.
Bei anderem Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") läßt sich diese Farbveränderung im Kopierprozeß (siehe Kapitel 9. 4. 1. 3.) korrigieren wie auch bei der digitalen Bearbeitung.

Zum anderen können Farbstiche wie der aus blauem Himmel oder der von Leuchtstofflampen (siehe Kapitel 10. 4. 5.) korrigiert werden.

Ausschlaggebend für die Auswahl des Filters ist die Differenz des Umgebungslichtes zur Farbtemperatur (siehe Kapitel 3. 5.), auf die das Aufnahmemedium abgestimmt ist.

Bei Digitalkameras (siehe Kapitel 9. 1. 2. "Elektrisches System") können viele Anpassungen bereits während der Aufnahme durch den Weißabgleich (siehe Kapitel 16. 5. 2.) erreicht werden.



Korrekturfilter Farbtemperatur (siehe Kapitel 3. 5.), auch Kompensationsfilter genannt:

Sonnenuntergang im Gegenlicht, Rottöne überwiegen, Grün und Blau kann man bei niedriger Farbtemperatur nicht erwarten. Gegenlicht überstrahlt den Vordergrund.

Bei gleicher Lichtsituation können bei Einsatz eines Filters zumindest die Grüntöne etwas aufgewertet werden. Viel ist aber im Gegenlicht nicht zu erwarten.

Ohne Filter. Mit Filter.
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Die Tabelle zeigt in Abhängigkeit von Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") und Farbtemperatur (siehe Kapitel 3. 5.) das zu empfehlende Filter:

Tabelle.
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Es sollte beachtet werden, daß die Normalzeit (keine Sommerzeit) angegeben ist.
Das menschliche Auge toleriert Abweichungen von weniger als +/- 15 Mired (siehe Kapitel 3. 5.).

Nach der Eingabe der jeweiligen Farbtemperaturen (siehe Kapitel 3. 5.) lassen sich Filterwerte bestimmen:

Ermittlung Filterwert
Farbtemperatur
Aufnahmelicht Aufnahmematerial
 K  K
Differenz:
132  MIRED
Filterfarbe:
blau  
Filternummer:
13  
 

Konversionsfilter, auch unter dem Begriff Colorfilter oder LB-Filter (Light Balancing) bekannt, werden unterschiedlich beschrieben.

So bezeichnet unter anderen auch Roger Rössing (†) in einem Buch1), daß Filter mit den Werten 12 als solche bezeichnet werden, weil danach Das leuchtet ein, weil Konversion auch für Umkehr steht.

Lothar Prengel beschreibt in einem seiner Bücher2), daß der Unterschied zwischen Konversions- und Farbkorrekturfilter darin besteht , daß die Absorbtionskurven der Konversionsfilter einer Geraden mit einem bestimmten Neigungswinkel nahekämen, während die der Farbkorrekturfilter wesentliche Abweichungen von einer Geraden aufwiesen.
Dieser zunächst unwesentlich erscheinende Unterschied hätte für die Praxis die Bedeutung, daß Konversionsfilter sich für die fotografischen Materialien aller Filmhersteller eigneten, dagegen Farbkorrekturfilter nur für Farbfilme (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2.) bestimmter Produzenten.
Dabei seien allerdings die Verlängerungsfaktoren der Farbkorrekturfilter im allgemeinen niedriger als die gleichartig wirkender Konversionsfilter.

Überwiegend werden aber Korrekturfilter als optische Filter beschrieben, die in den Strahlengang eines optischen Gerätes eingebaut werden, um unerwünschte Abbildungen zu vermeiden, diese also zu korrigieren.
Soweit sie zur Anpassung der Farbtemperatur (siehe Kapitel 3. 5.) der Beleuchtung an das Aufnahmematerial dienen, spricht man überwiegend von Konversionsfiltern.



Das linke Foto (siehe unten) wurde aufgenommen bei Mischlicht mit Taglichtfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.).
Den gleichen Erfolg erreicht man mit Farbnegativfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 1.) und der Ausbelichtung im Kopierprozeß (siehe Kapitel 9. 4. 1. 3.) mit Filtern für Tageslicht.
 

  Das rechte Foto (siehe unten) ist die gleiche Einstellung, aufgenommen mit Kunstlichtfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.) oder Taglichtfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.) und Blau-Konversionsfilter. Den gleichen Erfolg erreicht man mit Farbnegativfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 1.) und der Ausbelichtung im Kopierprozeß (siehe Kapitel 9. 4. 1. 3.) mit Filtern für Kunstlicht.


Taglichtfilm.leer
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Fotos aus: Roger Rössing † "Farbfotobuch für alle", VEB Fotokinoverlag Leipzig 1976, 10. Auflage

Die Verlängerungsfaktoren (siehe Kapitel 4. 2. 1.) für die Filter sind dem jeweils mitgelieferten Beiblatt zu entnehmen oder zu messen.

Praktisch kommt man mit relativ wenigen die Farbtemperatur (siehe Kapitel 3. 5.) des Aufnahmelichts beeinflussenden Filtern aus, auch weil sie hintereinander geschaltet werden können.



Skylight-Filter:

Für Aufnahmesituationen, bei denen der Blauanteil im Licht sehr hoch ist wie beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen (siehe Kapitel 13. 1. 2.) um die Mittagszeit bei blauem Himmel, kann zur Reduzierung einer Verblauung von Schatten oder Hauttönen dieses Filter verwendet werden. Die Wirkung ist vorrangig auf Umkehrfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.) erkennbar.

Dabei sperrt das Filter 1A UV-Strahlen (siehe Kapitel 3. 1.) bis 365 nm und beseitigt Hintergrunddunst sowie leichten Blaustich.

Das Filter 1B sperrt UV-Strahlen (siehe Kapitel 3. 1.) bis 372 nm und beseitigt ebenfalls Dunst und leichten Blaustich, aber etwas stärker als das Filter 1A.

Desweiteren dient auch das Filter KR 1,5 als Skylightfilter, welches die Lichtfarbe wird um 15 Mired (siehe Kapitel 3. 5.) "wärmer" erscheinen läßt und gleichfalls UV-Strahlung (siehe Kapitel 3. 1.) absorbiert, so daß es die von dieser Strahlung verursachte Unschärfe beseitigt.

Nach wie vor wird das Skylightfilter fälschlicherweise als mechanischer Schutz für die Frontlinse gepriesen, obwohl der Farbcharakter durch die rosa Färbung verändert wird!



Korrekturfilter FL:

Diese Filter finden Verwendung bei Einsatz von Tageslichtfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.) unter dem Licht von Niederspannungs-Leuchtstofflampen (siehe Kapitel 10. 4. 5.). Dabei ist das "FL" aus Floureszenz abgeleitet. Dieses Filter korrigiert die ungleichmäßige Leuchtdichte in einzelnen Spektralbereichen von Leuchtstoffröhren.

Das Filter FL-D findet Verwendung bei tageslichtähnlichen Leuchtstofflampen (siehe Kapitel 10. 4. 5.), das "D" steht dabei für "daylight". Es beseitigt den Grünstich der Lampen und liefert auch bei Mischlicht ganz brauchbare Ergebnisse.

Das Filter FL-W findet Verwendung bei Leuchtstofflampen mit weißen Licht (siehe Kapitel 10. 4. 5.) oder Mischlicht mit solchen Quellen, das "W" steht dabei für "white". Es wird ein grün-bräunlicher Farbstich beseitigt.



Farbfilter werden nach zwei verschiedenen Systemen definiert.

Die Bezeichnung Wratten besteht aus einer ein- bis zweistelligen Nummer, die teilweise von einem Buchstaben gefolgt wird, sie ist allerdings ein vollkommen willkürliches Bezeichnungssystem.

Logischer ist das System, nachdem die Filterwerte entsprechend ihrer Wirkung in Dekamired (siehe Kapitel 3. 5.) gestaffelt werden.
Dabei sind Bezeichnungen wie "KB" für "Korrektur Blau" und "KR" für "Korrektur Rot" inzwischen üblich. Teilweise waren auch die Bezeichnungen "BC" und "RC" verbreitet, die "Blau Color" und "Rot Color" darstellten.


Tabelle gebräuchliche Filter:

Aufgrund voneinander teilweise stark abweichender Veröffentlichungen für die Verlängerungsfaktoren (siehe Kapitel 4. 2. 1.) wird hier absichtlich auf diese Angaben verzichtet.
Bemerkt sei allerdings, daß diese je nach Absorbtionscharakter bis zum Faktor 5 reichen können.
Steht keine Innenmessung (siehe Kapitel 5. 2.) zur Verfügung, sollte den Herstellerangaben vertraut werden.

Bezeichnung Wratten Mired
Blaue Filter
B20
 
-200
B15
 
-150
 
80A
-131
B12
 
-120
 
80B
-112
B9
 
-90
 
80C
-81
B6
 
-60
 
80D
-56
 
82C
-45
 
82B
-32
B3
 
-30
 
82A
-21
B1,5
 
-15
B1
82
-10
Rote Filter
Skylight   5 ... 10
 
81
9
R1
 
10
R1,5
 
15
 
81A
18
 
81B
27
R3
 
30
 
81C
35
 
81D
42
 
81EF
52
R6
 
60
 
85C
81
R9
 
90
 
85
112
R12
 
120
 
85B
131
R15
 
150




Infrarotfilter sind spezielle Filter, die das sichtbare Licht sperren und nur langwelligere Anteile hindurchlassen. Handelsüblich sind Filter für Wellenlängen bis 720 nm sowie nur 950 nm (siehe Kapitel 3. 1. "Frequenzbereich und Wellenlänge").
Nähere Informationen sind im (siehe Kapitel 13. 5. 6. "Trickfotografie") nachzulesen.




1) Roger Rössing † "Farbfotografie für alle", VEB Fotokinoverlag Leipzig 1976, 10. Auflage
2) Lothar Prengel "Colorbildpraxis", VEB Fotokinoverlag Leipzig 1983, 1. Auflage


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