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7. 5. 5. 1. Grau-, Halbgrau- und -verlauffilter


Graufilter

sind farbig neutral (siehe Kapitel 3. 3. 1.) und werden deshalb auch als Neutralfilter, abgekürzt mit ND-Filter (Neutral-Dichte, englisch: neutral density) oder OD-Filter (englisch: optical density) bezeichnet. Sie dämpfen je nach ihrer optische Dichte D (siehe Kapitel 9. 2. 1. 1. "Densitometrie") den Lichteinfall. Einzelne Farben werden mehr oder weniger, aber zu gleichen Teilen, in ihrer Leuchtdichte (siehe Kapitel 3. 4.) abgeschwächt.
Damit wird also eine Lichtreduktion erreicht, welche die Öffnung der Blende (siehe Kapitel 4. 2. 1. "Belichtungszeit - Blende") oder die Verlängerung der Belichtungszeit (siehe Kapitel 4. 1. "Variable") gestattet.

Dieses Filter setzt man hauptsächlich zur Senkung der Schärfentiefe (siehe Kapitel 4. 2. 3.) oder zwecks einer erwünschten Bewegungsunschärfe (siehe Kapitel 4. 2. 2.) dann ein, wenn alle Variablen (siehe Kapitel 4. 1.) ausgeschöpft sind, weil zuviel Licht vorhanden ist.

Die optische Dichte D (siehe Kapitel 9. 2. 1. 1. "Densitometrie") der Filter berechnet sich aus dem negativen dekadischen Logarithmus des Verhältnisses aus den Lichtstärken Iv (siehe Kapitel 3. 6. "Fotometrische Einheiten") vor und hinter dem Filter.

Folgende Tabelle zeigt wertebezogen, welche Informationen hinter Filterbezeichnungen verborgen sind:

Bedeutung: Verhältnis Lichtstärke vor zu hinter Filter Optische Dichte D Prozentuale
Lichtdurchlässigkeit
Verringerte
Lichtstärke I
Bezugsgröße: Iein / Iaus mathematische Relation
- lg ( Iaus / Iein ) Iaus * 100 / Iein - ld ( Iaus / Iein )
Fotografische
Relevanz:
Verlängerungsfaktor
 Belichtungszeit
    Stufe Öffnungs-
möglichkeit Blende
  1 0,00 100,00 0,0
  2 0,30 50,00 1,0
  3 0,48 33,33 1,6
  4 0,60 25,00 2,0
  8 0,90 12,50 3,0
  10 1,00 10,00 3,3
  16 1,20 6,25 4,0
  32 1,51 3,13 5,0
  64 1,81 1,56 6,0
  100 2,00 1,00 6,6
  1.000 3,00 0,10 10,0
  10.000 4,00 0,01 13,3
  100.000 5,00 0,00 16,6
  1.000.000 6,00 0,00 19,9
  10.000.000 7,00 0,00 23,3
  100.000.000 8,00 0,00 26,6

(Dabei sind ld der logarithmus dualis, also der Logarithmus zur Basis zwei
und lg der dekadischer Logarithmus, auch als Zehnerlogarithmus bezeichnet, also der Logarithmus zur Basis 10.)


Filterbezeichnungen, abgesehen von abweichenden Handels- und Herstellerbezeichnungen, führen überwiegend den Vorsatz ND und als Nachsatz einen Wert aus Spalte 2, eben den Verlängerungsfaktor, oder einen Wert aus Spalte 3, gerundet auf eine Nachkommastelle, zur Kennzeichnung der optischen Dichte D (siehe Kapitel 9. 2. 1. 1. "Densitometrie").

Die Bezeichnungen können also "ND(x)4" und "ND 0,6" lauten.

Bei Kombination mehrerer Filter addieren sich deren Dichtewerte D (siehe Kapitel 9. 2. 1. 1. "Densitometrie") und multiplizieren sich die Verlängerungsfaktoren.

Variable Graufilter bezüglich der Dichte D (siehe Kapitel 9. 2. 1. 1. "Densitometrie") basieren auf der Kombination zweier gegeneinander verdrehbarer Polarisationsfilter (siehe Kapitel 7. 5. 3.).



Halbgraufilter

dienen dazu, vorwiegend zu helle Himmelsflächen abzuschatten und damit den Kontrastumfang (siehe Kapitel 9. 2. 4. "Belichtungsumfang") zu senken.

Zur Hälfte sind diese Filter deshalb entsprechend definierter Dichten D (siehe Kapitel 9. 2. 1. 1. "Densitometrie") grau eingefärbt, haben allerdings eine harte Trennlinie.

Weist das Motiv mittig eine ebensolche glatte Trennlinie zwischen Hell und Dunkel auf, kann das Filter problemlos verwendet werden, wenn die Trennlinie des Filters genau an der Trennlinie zwischen Hell und Dunkel des Motivs verläuft.
Allerdings ist dieses Filter auch drehbar.

Das Foto wird also in seiner Leuchtdichte (siehe Kapitel 3. 4. "Helligkeit") ausgewogener. Der beispielsweise zu helle Himmel überstrahlt dann nicht mehr den Vordergrund, weil die Lichtdynamik (siehe Kapitel 9. 2. 4. "Belichtungsumfang") verringert wird.

In billigen Filmproduktionen kann man bei einiger Aufmerksamkeit entdecken, daß mit Halbgraufilter gearbeitet wurde. Da erscheint der Himmel plötzlich so, als wollte ein Gewitter aufziehen, obwohl die Lichtstimmung im unteren Bildteil nicht so recht dazu paßt.
Ohne Einsatz des Filters würde der Himmel die wichtigere Bildsituation überstrahlen.




Grauverlauffilter

haben, wie der Name schon sagt, einen Verlauf eben von Grau nach völlig durchsichtig. Gehandelt werden sie vorwiegend als GND-Filter (englisch: graduated neutral density filter).

Je nach der Dichte D (siehe Kapitel 9. 2. 1. 1. "Densitometrie") des dunkelsten Graus und dem Verlaufscharakter werden verschiedene Härtegrade unterschieden und wie bei einem Graufilter (siehe oben) angegeben.

Ist die Trennlinie im Motiv zwischen Hell und Dunkel also keine Gerade, sollte mit diesem Filter gearbeitet werden.
Dann können zwar unter Umständen vom dunkleren Vordergrund vor zu hellem Hintergrund Motivelemente mit abgeschattet werden, aber die Lichtdynamik (siehe Kapitel 9. 2. 4. "Belichtungsumfang") ist insgesamt ausgewogener, die dunkleren Bildelemente werden nicht überstrahlt und die hellen nicht überbelichtet.

Auch dieses Filter ist drehbar.



Die hier beschrieben Filter sind durchaus untereinander und mit anderen Filterarten kombinierbar.


Für mir zugesandte qualitativ ansprechende Fotobeispiele inklusive Veröffentlichungsgenehmigung für meine Website unter fakultativer Autorennennung bin ich dankbar! Mail bitte an: piart@gmx.de.

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