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8. 4. Autofokus


Als Autofokus (AF) wird die automatische Entfernungseinstellung (siehe Kapitel 6. 5. 2. "Entfernungsring") bezeichnet.
Für dessen professionelle Beherrschung sind folgende Bemerkungen informativ:

Unabhängig vom Meßverfahren ist für die Genauigkeit der Entfernungsbestimmung die Anzahl der Meßfelder (siehe Kapitel 16. 2. 2. "Moderne Kameras - Autofokus") und die Anwahl des repräsentativen Meßfeldes (siehe Kapitel 16. 1. 3. "Moderne Kameras - Sucherbildinhalt") ausschlaggebend.

Die älteste automatische Entfernungsmessung basiert darauf, daß von der Kamera ein Ultraschall- oder Infrarotstrahl ausgesendet und von einem (fotografischen) Objekt reflektiert wird.
Aus der bekannten Geschwindigkeit dieses Strahles kann auf dessen Laufzeit geschlossen werden; mit diesen Werten wird über die Elektronik in der Kamera die Objektentfernung bestimmt und ein Motor bis zur richtigen Entfernungseinstellung des Objektivs betrieben.

Heutige Spiegelreflexkameras arbeiten meist mit einer Teileroptik (Schnittbild-Entfernungsmessung siehe Kapitel 8. 3. 3. "Meßkeil"), die das Licht, das durch das Objektiv eintritt, über Linsen auf zwei Reihen von CCDs projiziert und elektronisch optische Daten zur Hervorhebung von Kanten, also Helligkeitsmustern, akzentuiert und auf ein Optimum korrigiert. Das Objektiv der Kamera wird deshalb von der Automatik so lange schrittweise verstellt, bis diese von den "Mustern" ein optimal breites Spektrum ermittelt hat.

Die Meßsensoren sind sehr eng angeordnet, damit möglichst jedes Motivteil erfaßt wird.
Folgende Grafik zeigt die Anordnung von drei horizontal angeordneten AF- Kreuzsensoren, die oben und unten von jeweils einem AF- Liniensensor flankiert werden:


Sensor.


Hochwertige Spiegelreflexkameras haben einen kontinuierlichen Autofokus. Er erlaubt scharfe (siehe Kapitel 9. 2. 5. 4. "Auflösung") Bilder von einem Motiv, das sich auf die Kamera zu oder von ihr weg bewegt, weil er den Gegenstand noch bis zu dem Augenblick verfolgt, in dem sich der Verschluß wirklich öffnet, was bis zu einer viertel Sekunde dauern kann.

Aktive Verfahren arbeiten nach einem Stereo-Verfahren, das einen der Sensoren durch eine Lichtquelle (beispielsweise eine Laserdiode) ersetzt. Diese projiziert einen Lichtpunkt auf das anvisierte Objekt. Anhand der Lage dieses Lichtpunktes im Bild ist es möglich, den Abstand zwischen Kamera und Objekt zu berechnen.

Soweit also die physikalische Theorie.

Wer sich nicht sicher ist über alle Funktionen des Autofokus bei der Aufnahme, sollte ihn einfach nicht benutzen, diese Funktion also abschalten, wenn das hilfreich ist!


Folgende Situationen sind mit dem Autofokus nicht zu erfassen:

  * unmarkante Verteilungen von Leuchtdichte (siehe Kapitel 3. 6. "Fotometrische Einheiten") und Kontrast (siehe Kapitel 9. 2. 4. "Belichtungsumfang")
  * regelmäßige Streifenmuster, schlanke Konturen
  * Motive hinter planen durchsichtigen Ebenen
  * schnell bewegliche Motive bei wenig Licht


Motiv: Scharfeinstellung mit Autofokus auf:
aufgenommen durch Scheibe Scheibe oder Durchblick (indifferent)
Spiegel Spiegel und nicht das gewünschte Spiegelbild
gleichermaßen farblich homogene Vorder- und Hintergründe undefiniert
Zaun, Gitter, Vogelbauer, Fahrradspeichen, Netz, usw. erfaßbaren Hintergrund (Fläche)
bewegtes Objekt bei wenig Licht spätere Bildsituation als beim Auslösen


Fotos, aufgenommen mit Autofokus durch die PKW-Frontscheibe:

Links: unscharf                            Rechts: scharf      

Foto: A. P., Leipzig    
 
 
Foto: A. P., Leipzig    
 
 
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Es ist auch folgendem Foto deutlich anzusehen, daß das Motiv so offenbar nicht gewählt war, der Autofokus war für die Lichtverhältnisse zu träge:

bewegtes Objekt
Bewegtes Objekt.
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Weil natürlich die Lichtverhältnisse, unter denen die Kamera vernünftig fokussiert, dem Hersteller bekannt sind, werden sie als EV (siehe auch Kapitel 4. 2. 1. "Belichtungszeit - Blende") quantifiziert und in seriösen Beschreibungen bekannt gemacht.
Dieser Meßbereich liegt etwa zwischen EV 0,5 und 18; zusätzlich werden die Umgebungstemperatur und ein ISO-Wert angegeben (siehe auch Kapitel 9. 2. 1. 4. "Empfindlichkeitssysteme").

Daher auch hier mein
Guter Rat


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pinurch