Unabhängig vom Meßverfahren ist für die Genauigkeit der Entfernungsbestimmung die Anzahl der Meßfelder (siehe Kapitel 16. 2. 2. "Moderne Kameras - Autofokus") und die Anwahl des repräsentativen Meßfeldes (siehe Kapitel 16. 1. 3. "Moderne Kameras - Sucherbildinhalt") ausschlaggebend.
Die älteste automatische Entfernungsmessung basiert darauf, daß von der Kamera ein Ultraschall- oder Infrarotstrahl ausgesendet und von einem (fotografischen) Objekt reflektiert wird.
Aus der bekannten Geschwindigkeit dieses Strahles kann auf dessen Laufzeit geschlossen werden; mit diesen Werten wird über die Elektronik in der Kamera die Objektentfernung bestimmt und ein Motor bis zur richtigen Entfernungseinstellung des Objektivs betrieben.
Heutige Spiegelreflexkameras arbeiten meist mit einer Teileroptik (Schnittbild-Entfernungsmessung siehe Kapitel 8. 3. 3. "Meßkeil"), die das Licht, das durch das Objektiv eintritt, über Linsen auf zwei Reihen von CCDs projiziert und elektronisch optische Daten zur Hervorhebung von Kanten, also Helligkeitsmustern, akzentuiert und auf ein Optimum korrigiert. Das Objektiv der Kamera wird deshalb von der Automatik so lange schrittweise verstellt, bis diese von den "Mustern" ein optimal breites Spektrum ermittelt hat.
Die Meßsensoren sind sehr eng angeordnet, damit möglichst jedes Motivteil erfaßt wird.
Folgende Grafik zeigt die Anordnung von drei horizontal angeordneten AF- Kreuzsensoren, die oben und unten von jeweils einem AF- Liniensensor flankiert werden:
Hochwertige Spiegelreflexkameras haben einen kontinuierlichen Autofokus. Er erlaubt scharfe (siehe Kapitel 9. 2. 5. 4. "Auflösung") Bilder von einem Motiv, das sich auf die Kamera zu oder von ihr weg bewegt, weil er den Gegenstand noch bis zu dem Augenblick verfolgt, in dem sich der Verschluß wirklich öffnet, was bis zu einer viertel Sekunde dauern kann.
Aktive Verfahren arbeiten nach einem Stereo-Verfahren, das einen der Sensoren durch eine Lichtquelle (beispielsweise eine Laserdiode) ersetzt. Diese projiziert einen Lichtpunkt auf das anvisierte Objekt. Anhand der Lage dieses Lichtpunktes im Bild ist es möglich, den Abstand zwischen Kamera und Objekt zu berechnen.
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