9. 2. 3. Schwarzschildeffekt
Nach dem Reziprozitätsgesetz von Bunsen - Roscoe ist die fotografische Schwärzung S immer gleich dem Produkt aus Beleuchtungsstärke E (siehe Kapitel 3. 6. "Fotometrische Einheiten") und der Belichtungszeit t.
Demnach wäre es völlig egal, wie lange Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") belichtet wird.
Der Schwarzschildeffekt korrigiert diese Annahme für Langzeitbelichtungen (oberhalb einer Sekunde), denn bei stärkerer Belichtung (siehe Kapitel 9. 4. 1. 1.) nimmt die Schwärzung dann nicht mehr proportional zu.
Es müssen also die Belichtungszeiten (siehe Kapitel 4. 2. 1. "Belichtungszeit - Blende") nach oben hin korrigiert werden.
| Korrektur für Langzeitbelichtung |
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. . . . . . . . Farbnegativ und Schwarzweißfilm
————— Farbumkehrfilm |
Die Grafik stellt nur tendenziell die Verlängerung der Belichtungszeit (siehe Kapitel 4. 2. 1. "Belichtungszeit - Blende") dar, weil regelrecht exemplarisch chargengebunden (siehe Kapitel 9. 6. "Kennzeichnung") jeder Film anders reagiert.
Ist aber die Möglichkeit für eine Testserie nicht gegeben, taugt die Grafik allemal.
Weil jede einzelne Farbschicht (siehe Kapitel 9. 4. 1. 1. "Belichtungsprozeß") im Film unterschiedlich reagiert, sind im Langzeitbelichtungsbereich Farbverschiebungen nach Blau oder Purpur möglich.
pinurch