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9. 2. 5. 4. Auflösung


Die Fähigkeit eines fotografischen Materials (oder eines optischen Gerätes) sehr kleine Einzelheiten getrennt wiederzugeben, bezeichnet das Auflösungsvermögen.

Diese Eigenschaft bestimmt die Bildschärfe.

Als Maß wird bei Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") meist die Anzahl optisch auflösbarer Linien je Millimeter (siehe unten) angegeben, in der Digitalfotografie (siehe Kapitel 9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)") liegt die Anzahl der Bildpunkte (Pixel) des Sensors als Bezugsgröße zugrunde.

Um feinste Objekteinzelheiten fotografisch deutlich sichtbar wiedergeben zu können, muß das Aufnahmemedium ein gutes Auflösungsvermögen haben (oder beispielsweise ein Objektiv eine hohe Auflösung (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften") gestatten).

Neben der Körnigkeit (siehe Kapitel 9. 2. 5. 1.) der Emulsion (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") sind bei Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") auch noch Faktoren wie Gradation (siehe Kapitel 9. 2. 2.), Schwärzung (siehe Kapitel 9. 2. 3.) sowie Lichthof (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") entscheidend.

Heutiges Filmmaterial (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") kann im Durchschnitt 100 lp/mm (siehe unten) auflösen.

Das sind 100 Linienpaare (Linie - Zwischenraum) pro Millimeter. 100 * 2 = 200
Bezogen auf einen Quadratmillimeter quadriert sich die Zahl.
(Es ergeben sich Punkte durch gekreuzte Linien).
200 * 200 = 40.000
Die Bildfläche ergibt sich aus Breite x Höhe.
(Im Kleinbild 24 x 36 mm)
24 * 36 = 864
Die Bildfläche als Produkt der Punkte pro Quadratmilli-
meter ergibt die Anzahl aller auflösbaren Bildpunkte.
864 * 40.000 35.000.000
Eine Digitalkamera, die ein gleiches optisches Ergebnis wie eine Kleinbildkamera (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat") erzielen soll, muß dementsprechend 35 Megapixel auflösen können.

Selbst mit einer mittelklassigen Festbrennweite (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften") sind im Kleinbildformat (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat") nur etwa 50 Linienpaare klar zu trennen. Damit viertelt sich die mögliche Auflösung.

So schrumpft natürlich der vergleichbare Anspruch an die digitale Fotografie auf annähernd 9 Megapixel, die allerdings auch unter Abzug der Objektivleistung erst einmal erbracht werden muß.


Nun sind die Auflösungsvermögen chemischer (siehe Kapitel 9. 1. 1. "Chemisches System") und elektrischer (siehe Kapitel 9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)") Aufnahmemedien nur bedingt miteinander vergleichbar, weil verschiedene Störfaktoren wie beispielsweise Filmkorn (siehe Kapitel 9. 2. 5. 1. "Körnung und Farbdichte") und Rauschen (siehe Kapitel 9. 2. 5. 1.) auf unterschiedliche Weise sichtbar werden sowie die Präsentationsmedien (siehe Kapitel 15.) nebst Betrachtungsabstand für die Visualisierung eine Rolle spielen.

Die Anzahl der Pixel in der Digitalfotografie (siehe Kapitel 9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)") wird unterschiedlich angegeben, weil je nach Bauart deren Wirkung für das Bild bezüglich chromatischer Selektion (siehe Kapitel 9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)") auch verschieden sein kann.
Entscheidend für die Auflösung sind die farbunabhängig abbildbaren Rasterpunkte sowie die Sensorgröße.
Obendrein sollte das Objektiv (siehe Kapitel 2. 2. 4.) für eine gute Bildleistung zum Sensor passen, weil Detailfeinheiten zu hoher Informationsdichte im Bildmotiv unterhalb einer bestimmten Abtastgrenze zu Bildfehlern führen können (siehe auch Kapitel 9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)").

In Abhängigkeit von der Visualisierung eines Bildes gibt es die Anzahl der Pixel betreffend Mindestanforderungen.

Folgender Rechner ermöglicht die Ermittlung der effektiven Pixel in Abhängigkeit von der Ausgabegröße für Druckerzeugnisse und Ausbelichtungen (Maße vorkonfektionierter Fotopapiere siehe Kapitel 9. 5. "Bildformat"):

l    
Bildlänge:   cm*)     *) Bezugsmaß
 
Seitenverhältnis1):
Bildhöhe: cm 
           
Auflösung Druck notwendige Pixel
  Auflösung Gesamtzahl
150 dpi: 900 x 600 0.54 Mpix
300 dpi: 1800 x 1200 2.16 Mpix
600 dpi: 3600 x 2400 8.64 Mpix
 

In der Tabelle sind die Auflösungen ausgewählter Standards computernaher Visualisierungstechnik aufgelistet:

Bezeichnung Erläuterung Auflösung Verhältnis Pixel
VGA Video Graphics Array 0640 x 0480 4:3 307.200
SVGA Super Video Graphics Array 0800 x 0600 4:3 480.000
WSVGA Wide SVGA 0854 x 0480 16:9 409.920
XGA Extended Graphics Array 1024 x 0768 4:3 786.432
HDTV(720p) High Definition Television 1280 x 0720 16:9 921.600
SXGA Super XGA 1280 x 1024 5:4 1.310.720
WXGA Wide XGA 1366 x 0768 16:9 1.049.088
SXGA+ SXGA Plus 1400 x 1050 4:3 1.470.000
UXGA Ultra XGA 1600 x 1200 4:3 1.920.000
HDTV(1080i) HDTV 1920 x 1080 16:9 2.073.600


Als Ausdruck für die Qualität gerasterter Darstellungen gelten medienübergreifend verschiedene Maßangaben, wobei Zoll und Inch jeweils 25,4 mm entsprechen:

Bezeichnung englisch Maßeinheit Bezug für Auflösung
Punkte pro Zoll dots per inch dpi Punktanzahl je Zoll
Pixel pro Zoll pixel per inch ppi Pixelanzahl je Zoll
Linien pro Millimeter lines per millimeter l/mm Anzahl gleichbreiter schwarzer und weißer Linien je Millimeter
Zeilen pro Zoll lines per inch lpi Zeilenzahl je Zoll
Linienpaare pro Millimeter line pairs per millimeter lp/mm Anzahl gleichbreiter schwarzweißer Linien je Millimeter
Linien pro Bildhöhe lines per picture height l/ph Anzahl der Linien in Bildhöhe
Linienbreite je Bildhöhe line widths per picture height lw/ph Dicke auflösbarer Linien in Bildhöhe



1) auch Bildgrößenverhältnis (image aspect ratio) oder DAR (display aspect ratio) genannt

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