9. 2. 6. 2. Smear-Effekt
Diese fehlerhafte Lichterscheinung tritt ausschließlich
bei Kameras mit CCD-Sensor
nach der Verarbeitung heller Motivbereiche auf.
Dabei pflanzen sich Lichtstreifen von ihrer Quelle bis
zu den Rändern des Sensors fort.
Bei der digitalen Fotografie (siehe Kapitel
9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)") ist dieser Effekt
heutzutage im Foto selbst kaum noch wahrnehmbar. Displays sowie digitale Filmaufnahmen
neigen aber nach wie vor zu diesem Effekt.
Folgendes Foto zeigt das Display einer digitalen Kompaktkamera (siehe Kapitel
2. 1. 2. "Kameraaufbau") bei der Visualisierung
einer Leuchte:
Zwar werden bei Frame-Transfer-CCDs
(siehe Kapitel
9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)") die elektrischen
Ladungen der einzelnen Pixel
umgehend in einen abgedeckten Bereich transferiert, dennoch ist es möglich,
daß während des Ladungstransports intensive Lichtquellen durch weitere
Belichtung diese Ladungen vergrößern und das Signalbild verfälschen,
was einen Strich hervorruft.
Bei Interline-Transfer-CCDs
(siehe Kapitel
9. 1. 2. "Elektrisches System (Digital)") können Lichteinflüsse
zum einen während des Verschiebens der Ladungen in die Transferregister und
zum anderen durch Beugung (siehe Kapitel
3. 2. 2.) und Streuung (siehe Kapitel
3. 2. 4.) direkt in den Transferregistern das Ladungsbild
verfälschen, was sich auch bei diesen Systemen als Strich darstellt.
Am wirkungsvollsten wird der Smear-Effekt verhindert, wenn es gelingt, eine Nachbelichtung
der eigentlichen Aufnahme auszuschließen. Dazu dient am sichersten ein mechanischer
Verschluß (siehe Kapitel 2. 2. 3.).
In Abgrenzung zu Blooming-Effekten (siehe Kapitel 9. 2. 6. 1.) tritt der Smear-Effekt nicht während, sondern erst nach vollendeter Belichtung auf und reicht bis zu den Bildkanten.
pinurch