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10. 2. 3. Leitzahl


Ein Ausdruck für die Leistungsfähigkeit des Blitzgerätes ist die Leitzahl. Sie wird normalerweise bezogen auf Schwarzweißfilm von 21 DIN beziehungsweise 100 ASA (siehe Kapitel 9. 2. 1. 4. "Empfindlichkeitssysteme") angegeben.

Leitzahl = Blendenzahl * Entfernung [m]

Diese Zahl bezieht sich auf eine voll ausgeleuchtete Bildfläche mittleren Reflexionsvermögens (siehe Kapitel 3. 3. 1.). Daher sind Korrekturen der Blendenwahl oder Blitzentfernung oft notwendig.

Generell gilt bei abweichenden Empfindlichkeiten (siehe Kapitel 9. 2. 1. 4. "Empfindlichkeitssysteme") folgender allgemeiner Zusammenhang:

B2 * E2 = B1 * E1 * wurzel
LZ2 LZ1
B = Blendenzahl
E = Entfernung [m]
LZ = Leitzahl
n = Empfindlichkeit (siehe Kapitel 9. 2. 1. 4. "Empfindlichkeitssysteme")

Einerseits kann nun obige Formel nach den gesuchten Größen umgestellt werden. Dabei ist schnell festzustellen, daß die Werte, die nicht verändert werden sollen und somit gleich bleiben, aufgrund von Division durch sich selbst 1 ergeben.

Andererseits sind die Werte nach veränderter Eingabe mit folgendem Rechner zu ermitteln:

Leitzahl Blendenwert Entfernung [m] Empfindlichkeit
       

In älterer Literatur wird bei Einsatz von Farbumkehrfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.) in Verbindung mit dem Elektronenblitzgerät (siehe Kapitel 10. 2. 1. 3.) oft zu einer Korrektur der Leitzahl über die Einstellung der Filmempfindlichkeit (siehe Kapitel 9. 2. 1. 4. "Empfindlichkeitssysteme") um 3 DIN geraten.

Nach freundlicher Unterstützung durch LogoMETZ. hier dazu einige Details:

Farbumkehrfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 2.) hat gegenüber Farbnegativ- (siehe Kapitel 9. 3. 1. 2. 1.) und Schwarzweißfilm (siehe Kapitel 9. 3. 1. 1.) nur einen geringen Belichtungsspielraum.
Einige Blitzgerätehersteller machten deshalb einige Jahre lang getrennte Leitzahlangaben für unterschiedliche Filmmaterialien.


Ursprünglich waren Blitzgeräte vom Blitzwinkel her bis hin zu kleinbildäquivalenten (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat") Brennweiten (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften") von 35 mm bis 28 mm ausgelegt, was einem Weitwinkelobjektiv (siehe Kapitel 6. 2. 2.) entspricht, weil sie nicht die Möglichkeit boten, den Blitzreflektor der gewählten Brennweite (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften") des Objektivs entsprechend dem Blitzwinkel anzupassen. Sollte der Blitzwinkel bei Blitzgeräten nicht angegeben sein, kann man zur Beurteilung der Leitzahl gut und gerne von einem solchen "weitwinkligen" Bereich bei der Herstellerangaben ausgehen.

Inzwischen bieten moderne Blitzgeräte die Möglichkeit, den Blitzwinkel der jeweils gewählten Brennweite (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften") anzupassen. Lange Zeit wurden die angegebenen Leitzahlen immer noch auf die herkömmlich bedienten Blitzwinkel bezogen.
Es bürgert sich aber leider inzwischen mehr ein, zumindest auf der Verpackung nur noch die größte erreichbare Leitzahl anzugeben, vielleicht dazu noch die kleinbildäquivalente (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat") Brennweite (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften"), aus der der Konsument auf den Blitzwinkel schließen kann.

Die Leitzahlen nehmen mit schlankeren Blitzwinkeln zu. Es läßt sich ohne Tabellen aber nur schwer auf andere Blitzwinkel schließen.

Mit folgendem Rechner ist es möglich, aus vorgegebenen [zumeist kleinbildäquivalenten (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat")] Brennweiten- und Leitzahlangaben durch Eingabe von Werten die Leitzahlen bei anderen Brennweiten (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften"), also Blitzwinkeln, zu ermitteln. Dabei soll der Cropfaktor (siehe Kapitel 6. 2. "Eigenschaften") helfen, kleinbildäquivalente (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat") Blitzwinkel zu finden:

  gegeben gesucht  
kleinbildäquivalente
Brennweite:
mm mm  
Cropfaktor: leerleer  
reale Brennweite: mm mm  
Leitzahl:  
Im Vergleich zu vorliegenden Tabellen verschiedener Blitzgerätehersteller und anderer Veröffentlichungen weichen die ermittelten Leitzahlen überwiegend um maximal +/- 3 Werte ab.


Folgendes Foto zeigt deutlich, wie wenig Sinn es hat, mit Blitzgeräten kleiner Leitzahlen und geringer Empfindlichkeiten (siehe Kapitel 9. 2. 1. 4. "Empfindlichkeitssysteme") in großen Entfernungen einen Bilderfolg erzielen zu wollen.
Es ist regelrecht lächerlich, aus der letzten Reihe eines Stadions oder Theaters mit Hilfe des Blitzes und konventioneller Technik ein Motiv auch nur andeutungsweise ausleuchten zu wollen.

Foto: M. S., Basel    
 
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Wird im Nahbereich fotografiert, sollte der Blitz nicht unter 1 m  vom Objekt entfernt sein.

Ist es doch notwendig, aus geringerer Entfernung zu blitzen, sollte die Blendenzahl (siehe Kapitel 4. 2. 1. "Belichtungszeit - Blende") zumeist nach folgender Formel korrigiert werden:

B =  LZ
E . (β + 1)
  B = Blendenzahl
LZ = Leitzahl
E = Entfernung in m
β = Maßstab der Abbildung (siehe Kapitel 7. 1. "Auszugsverlängerung")


Korrekturen machen sich im Nahbereich immer notwendig, weil nicht in jedem Fall garantiert ist, daß das gesamte Licht, das vom Blitz ausgeht, auch ausschließlich auf das Motiv trifft. Läßt sich ein Motiv nicht wiederholen, sollten im Zweifelsfall einfach mehrere Fotos mit unterschiedlichen Einstellwerten aufgenommen werden.

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