15. 3. 2. Reflexionswand
Für die Sichtbarmachung projizierter Bilder ist eine reflektierende oder durchscheinende Bildwand, auch als Lichtbildwand bezeichnet, notwendig.
Es ist also möglich, das Bild vor oder hinter der Leinwand betrachten zu können, je nachdem, ob Aufprojektion, die auch als Auflichtprojektion bezeichnet wird, oder Rückprojektion zum Einsatz kommt.
Vom Aufbau her kann man zwischen fest montierten Rahmenbildwänden, ausziehbaren Rollobildwänden und transportablen Stativbildwänden wählen.
Zunächst gibt es verschiedene Tuch- beziehungsweise Materialsorten, die beispielsweise als Perlbildwand, Silberbildwand, Kristallbildwand, Metallbildwand, Stoffleinwand oder Kunststoffbildwand vertrieben werden.
Hängt eine Leinwand nicht direkt vor einem abgedunkelten Hintergrund, ist es günstig, wenn deren Rückseite schwarz ist, um kein störendes Fremdlicht hindurch zu lassen.
Kenngröße für Reflexionswände ist deren winkelabhängiger Faktor für die Leuchtdichte (siehe Kapitel
3. 6. "Fotometrische Einheiten"), der auch mit Gain-Faktor beschrieben wird.
Dieser Faktor kennzeichnet richtungsbezogen das Abstrahlungsverhalten im Vergleich zu einer Normweißfläche, wobei Faktoren um 1 eine gleichmäßige Abstrahlung charakterisieren. Ein gebündeltes, also mehr zentral ausgerichtetes Reflektionsverhalten wird mit höheren Werten gekennzeichnet.
Je nach der Reflexionseigenschaft lassen sich Bildwände nach typischen Eigenschaften gruppieren:
Typ D
Ohne Vorzugsrichtung wird das Licht von dieser Diffusbildwand oder
Standardbildwand mehr oder weniger gleichmäßig in alle Richtungen
reflektiert (siehe Kapitel 3. 2. 3.).
Typ S
Durch den Spiegeleffekt einer Metall- oder Silberschicht wird das Licht in dem
Ausfallswinkel reflektiert (siehe Kapitel 3. 2. 3.), in dessen Winkel es eintrifft,
eben gespiegelt.
Typ B
Durch den Reflexionseffekt einer Kristall- oder Perloberfläche liegen die
Einfallswinkel und Ausfallswinkel des Lichtes auf einer Achse. Das heißt,
aus welcher Richtung also projiziert wird, gelangt der Hauptanteil des Lichtes auch
wieder in diese Richtung zurück.
Typ R
Für Rückprojektionsverfahren oder eben Rückprojektionen, also die
Durchlichtprojektion, gibt es Bildwände, die das Licht transmittieren
(siehe Kapitel 3. 2. 3. "Reflexion"), aber nicht reflektieren (siehe Kapitel 3. 2. 3.)
und möglichst wenig davon absorbieren (siehe Kapitel 3. 2. 3. "Reflexion").
Entsprechend der Art der Projektion ist auch das Format der Reflexionswand von Bedeutung.
Wer die Möglichkeit hat, Querformate und Hochformate in gleicher Größe zu projizieren, wie beispielsweise Diapositive (siehe Kapitel
9. 3. 1. 2. 2. "Umkehrfilm"), sollte ein Seitenverhältnis von 1:1 bevorzugen.
Alle anderen Formate sind dem Seitenverhältnis der häufigsten Präsentationsmethode anzupassen.
Wenn ausschließlich im Querformat projiziert wird, kann die Projektionsqualität durch eine schwarz umrahmten Leinwand gesteigert werden. Mit solch einem Rahmen kommt der Kontrastumfang (siehe Kapitel 9. 2. 4. "Belichtungsumfang") des Fotos besser zur Wirkung.
Mit etwas Geschick lassen sich solche Maskierungen variabel dem Projektionsformat anpassen.
Ausgehend vom Reflexionsverhalten weißer Bildwände kann der dunkelste Bildbereich nur der des Umgebungslichtes sein, bei Fremdlicht werden also schwarze Bereich eher grau.
Aufgrund dieser Tatsache gibt es inzwischen Versuche, sogar schwarze Leinwände in Verbindung mit darauf abgestimmten Projektionsgeräten einzusetzen, die dann taglichttauglich sein können.
Während einer Immobilienpräsentation mittels Beamer auf einer schwarzen und eigentlich rückseitig perforierten Leinwand entstand unter Verwendung des integrierten Blitzes (siehe Kapitel 10. 2. 4. 1.) folgendes Foto:
Es stellte sich heraus, daß die Projektionsfläche lediglich aus Unkenntnis seitenverkehrt aufgestellt war, aber eben auch, daß schwarze Leinwände selbst unter der Einwirkung von Fremdlicht dennoch gut reflektieren (siehe Kapitel 3. 2. 3.). |
pinurch