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17. 1. Stativ


Die Vielfalt der im Handel angebotenen Stative ist riesig, entsprechend groß ist die Gefahr, das falsche Stativ zu kaufen.

Viele Stative werden als Foto- und Videostative gehandelt. Diese Stative taugen oft bei Einsatz einer Spiegelreflexkamera mit einer längeren Brennweite (siehe Kapitel 6. 2. 3.) nicht mehr, vor allem, wenn das Stativ auf Maximalgröße ausgezogen ist. Schon die Erschütterung durch den Klappspiegel (siehe Kapitel 2. 2. 2.) kann genügen, Schwingungen zu erzeugen, die das Foto verwackeln lassen.

Stativ groß.

So ist also das wichtigste Kriterium, das ein Stativ erfüllen muß, die Stabilität, und zwar bei jeder eingestellten Höhe.

Dafür kann man ein Gefühl entwickeln.

In größeren Fachgeschäften sind oft mehrere Stative aufgebaut. Nahezu im Vorbeigehen kann man nun der Reihe nach an den Stativköpfen wackeln, und man wird schnell die Unterschiede erkennen.


Ältere Stative dieser weit verbreiteten Bauart genügen nur für leichte Kameras.

Stativ alt.


Ebenso ist es ausgesprochen wichtig, daß sich der Stativkopf um 360° drehen, sowie mindestens um 90°, besser noch weiter, in eine senkrechte Position für das Hochformat kippen läßt.

Stativkopf.


Der Index, den viele Kameragrundplatten an Stativen haben, sind für die Videokameras gedacht, bei aufgeschraubter Kamera ist der zwecklos.
Dem entsprechend muß geprüft werden, ob die Kamera in Kombination mit einer längeren Brennweite (siehe Kapitel 6. 2. 3.) im Hochformat auch sicher auf der Grundplatte zu montieren ist.
Es kann nämlich leicht passieren, daß durch die Masse des Objektivs die Kamera während einer längeren Belichtung nach vorn unten absackt.
Es ist auch praktisch, wenn sich die Grundplatte leicht vom Stativ entfernen läßt, beispielsweise für einen Filmwechsel. Deshalb wird sie auch als Schnellwechselplatte bezeichnet.

Vorallem große Stative bieten manchmal die Möglichkeit, die Füße dem Untergrund anzupassen.

Stativfuß.leerStativfuß.

Über ein Gewinde läßt sich einstellen, ob das Stativ auf Spitzen oder, um den Boden zu schonen, auf den gummiummantelten Muttern steht.

Die Baugröße und Bauarten sind recht unterschiedlich.
Für unterwegs sollte immer ein kleines aber standfestes oder anderweitig sicher zu befestigendes Stativ dabei sein.

Stativ klein.Stativ klein.


Es verblüfft, wie stabil das folgende kleine Stativ ist, das fast überall vertrieben wird. Für leichte Kameras ohne Zusatzobjektive scheint es zu funktionieren.
Eine Verstellung wird durch entsprechendes Biegen der Drahtbeine erreicht.

Foto: Ulrike Müller, Leipzig   
Bearbeitung: Peter Rohr   
 


Oben erwähntes Stativ älterer Bauart läßt sich gut als Einbeinstativ nutzen, weil sich das mittlere Bein herausschrauben läßt.

Einbeinstativ.


Praktisch und flexibel einsetzbar ist das Klammerstativ, das auch als Gorillastativ gehandelt und beispielsweise "Gorillapod" oder "Flexipod" genannt wird.
Durch die Beweglichkeit der Beine läßt sich das Stativ um verschiedene Gegenstände winden und bietet damit sicheren Halt.

GorillastativleerGorillastativ


Eine ziemlich einfache aber wirkungsvolle Konstruktion ist das sogenannte Bindfadenstativ.

Man nehme einen Stab, der so lang ist, daß man mit beiden Füßen darauf stehen kann. Daran befestigt man eine möglichst unreckbare Schnur, die genau so lang ist, daß sie, wenn man aufrecht steht und die Kamera im Anschlag hat, bis zum Kameraboden reicht. Dort sollte sie dann mit Hilfe einer Rändelmutter (siehe Kapitel 17. 3. "Adapter") am Stativgewinde befestigt werden.

Während des Auslösens streckt man dann die Schnur und beruhigt damit die Kamera.


Zum Schluß soll noch der Bohnensack Erwähnung finden, der auch als Telesack vertrieben wird.

Vorstellen muß man sich eine Art Lederkissen von etwa 20 cm x 20 cm  Größe, das mit ungefähr 800 g  getrockneter Bohnen gefüllt ist.
Diese Unterlage ist natürlich sehr schwingungsabsorbierend, für unterwegs als Notstativ allerdings recht schwer.



Zwei Stativgewinde haben sich durchgesetzt, die für alle gängigen Kameratypen taugen und standardisiert sind.

An Sucherkameras, Kleinbild-Spiegelreflexkameras (siehe Kapitel 2. 1. 1. "Bildformat") bis hin zu Mittelformatkameras sowie Schnellwechselplatten und Stativköpfen wird ein 1/4''/20 Gang UNC*)-Gewinde verwendet. Einige Mittelformatkameras und so gut wie alle Großformatkameras sowie die meisten Verbindungen zwischen Stativen und Stativköpfen haben ein 3/8"/16 Gang UNC*)-Gewinde.

Gewindekennung Durchmesser
[Inch]
Außendurchmesser
[mm]
Durchmesser Bohrung
[mm]
Gänge pro Inch Steigung
[mm]
1/4" - 20 UNC 0,250 6,350 5,35 20 1,270
3/8" - 16 UNC 0,375 9,525 8,25 16 1,587


*) UNC: Unified Coarse Thread Series, Amerikanisches Einheits-Grobgewinde
'' ist die Maßeinheit für Zoll, das 25,4 mm entspricht


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